Was IT-Upcycling bedeutet und warum es sich lohnt
Stellen Sie sich vor, Sie haben ein solides Bürogebäude. Die Räume funktionieren, die Lage stimmt, die Miete ist bezahlt. Aber die Küche ist aus den 80ern, die Elektrik reicht nicht mehr, und die Klimaanlage macht was sie will. Niemand käme auf die Idee, das ganze Gebäude abzureißen. Sie würden renovieren. Gezielt. Raum für Raum.
Genau das ist IT-Upcycling. Sie behalten Ihre bestehenden Programme — die Warenwirtschaft, die Buchhaltung, das Mailprogramm, die Excel-Listen. Und dann schauen Sie: Was davon lässt sich verbinden? Wo lassen sich Abläufe automatisieren? Wo kann eine kluge Ergänzung Stunden an Handarbeit sparen?
Der Unterschied zu einem klassischen IT-Projekt ist fundamental. Statt alles neu zu bauen, arbeiten Sie mit dem, was da ist. Das spart Zeit, Geld und vor allem Nerven. Denn Ihre Mitarbeiter müssen sich nicht in komplett neue Systeme einarbeiten. Und der Betrieb läuft weiter, während im Hintergrund Stück für Stück verbessert wird.
Warum viele Unternehmen an diesem Punkt stehen
Die meisten kleineren Unternehmen haben ihre IT über Jahre hinweg aufgebaut — Programm für Programm, Problem für Problem. Da kam irgendwann eine Buchhaltungssoftware dazu, dann ein Kundenverwaltungstool, dann ein Projektmanagement-Programm. Jedes für sich funktioniert. Aber zusammen? Da wird es dünn.
Das Ergebnis kennen Sie wahrscheinlich: Daten werden per Hand übertragen. Informationen existieren dreifach, aber nirgends vollständig. Mitarbeiter verbringen Stunden damit, Listen abzugleichen, statt produktiv zu arbeiten. Und wenn jemand krank wird, weiß keiner, in welcher Excel-Datei die aktuelle Version steckt.
Trotzdem schrecken viele vor Veränderung zurück. Weil die letzte IT-Umstellung ein Desaster war. Weil ein Berater mal ein sechsstelliges Angebot für eine „Digitalisierungsstrategie" geschrieben hat. Oder weil schlicht niemand da ist, der sich darum kümmern könnte. Keine IT-Abteilung, kein Admin, kein Plan.
Was IT-Upcycling konkret verändert
IT-Upcycling setzt genau an diesen Schmerzpunkten an. Nicht mit einem Rundumschlag, sondern gezielt. Die drei häufigsten Hebel:
- Automatisierung: Wiederkehrende Aufgaben — Daten übertragen, Formulare ausfüllen, Berichte erzeugen — laufen auf Knopfdruck. Oder ganz ohne Knopf, vollautomatisch im Hintergrund.
- Systeme verbinden: Ihre Programme tauschen Daten untereinander aus, ohne dass jemand dazwischen sitzt und abtippt. Was bisher Excel-Listen per Mail waren, läuft im Hintergrund in Sekunden.
- KI einbinden: Dokumente auswerten, Anfragen vorsortieren, Texte zusammenfassen — direkt auf Ihren vorhandenen Daten, ohne neue Systeme einzuführen.
Und das Beste: Sie entscheiden, wie weit Sie gehen. Manche Unternehmen fangen mit einer einzigen Automatisierung an — und merken nach zwei Wochen, dass ein Mitarbeiter plötzlich vier Stunden pro Woche frei hat. Dann kommt die nächste. Dann die nächste. So wächst das Ganze organisch, ohne Risiko und ohne Großprojekt.
Für wen IT-Upcycling gemacht ist
Wenn Sie ein Unternehmen mit 5 bis 30 Leuten führen, keine eigene IT-Abteilung haben und das Gefühl, dass Ihre bestehende Software mehr könnte, als sie gerade tut — dann ist IT-Upcycling genau Ihr Thema.
Es geht nicht darum, ob Ihre Systeme „gut genug" sind. Es geht darum, was Sie daraus machen können. Und das ist in den allermeisten Fällen deutlich mehr, als Sie denken.
Automatisierung: Stupide Arbeit abschaffen
Wenn Sie Ihre Mitarbeiter fragen würden, welche Aufgaben sie am meisten nerven, kämen wahrscheinlich dieselben Antworten: Daten abtippen. Formulare ausfüllen. Informationen aus einem Programm kopieren und in ein anderes einfügen. Berichte zusammenstellen, die immer gleich aussehen. Erinnerungsmails verschicken. Statuslisten pflegen.
Das alles lässt sich automatisieren. Nicht irgendwann, nicht nach einem halben Jahr Vorbereitung — sondern oft innerhalb weniger Tage.
Was automatisiert werden kann
Fast alles, was einem festen Ablauf folgt. Wenn ein Mitarbeiter bei einer Aufgabe nicht nachdenken muss, sondern nur ausführen — dann ist das ein Fall für Automatisierung. Konkrete Beispiele:
- Neue Kundenanfragen aus dem Kontaktformular landen automatisch im Kundensystem — mit allen relevanten Daten, ohne dass jemand etwas übertragen muss.
- Rechnungen werden aus Auftragsdaten automatisch erzeugt und verschickt, statt per Hand aus einer Vorlage zusammengebaut.
- Wöchentliche Berichte werden automatisch aus den bestehenden Daten zusammengestellt und per Mail versendet — immer pünktlich, immer vollständig.
- Bestelleingänge werden automatisch bestätigt, mit Auftragsnummer versehen und an die richtige Abteilung weitergeleitet.
- Erinnerungen an offene Angebote oder fällige Rückrufe werden automatisch ausgelöst, statt in einer Wiedervorlage-Liste zu versanden.
Das Muster ist immer dasselbe: Ein Mitarbeiter drückt einen Knopf — oder es braucht nicht mal das — und der Rest läuft von selbst. Zuverlässig, fehlerfrei, sofort.
Was es konkret bringt
Lassen Sie uns ein typisches Szenario durchrechnen.
Szenario 1: Manuelle Auftragserfassung
Ein Mitarbeiter verbringt täglich 45 Minuten damit, Bestellungen aus E-Mails in die Warenwirtschaft einzutippen. Das sind knapp 4 Stunden pro Woche, rund 16 Stunden im Monat. Bei Personalkosten von 35 Euro pro Stunde sind das 560 Euro monatlich — nur für Abtippen. Dazu kommen Tippfehler, die zu falschen Lieferungen führen. Eine Automatisierung löst das in Sekunden. Die Einrichtung dauert wenige Tage, rechnet sich innerhalb von zwei Monaten.
Szenario 2: Wöchentliche Berichterstattung
Jeden Freitag sitzt jemand zwei Stunden daran, Zahlen aus verschiedenen Quellen zusammenzutragen, in eine Excel-Tabelle zu kopieren und als PDF zu verschicken. 8 Stunden im Monat, 280 Euro. Nach der Automatisierung läuft der Bericht jeden Freitag um 8 Uhr morgens automatisch raus — mit aktuellen Zahlen, sauber formatiert, ohne dass jemand einen Finger rührt.
Mehr über konkrete Automatisierungsmöglichkeiten und wie der Prozess in der Praxis abläuft, finden Sie auf unserer Seite zu Automatisierung.
Was es nicht ist
Automatisierung heißt nicht, dass Mitarbeiter überflüssig werden. Es heißt, dass sie aufhören, Maschinen-Arbeit zu machen, und stattdessen das tun können, wofür Sie sie eigentlich eingestellt haben: mitdenken, entscheiden, Kunden betreuen, Probleme lösen.
Und es heißt nicht, dass alles auf einmal automatisiert werden muss. Fangen Sie mit der einen Aufgabe an, die am meisten nervt oder am meisten Zeit frisst. Wenn das funktioniert, kommt der Rest von allein.
Sie haben einen Ablauf im Kopf, der sich automatisieren lassen müsste? Beschreiben Sie ihn uns in drei Sätzen — wir geben Ihnen eine fundierte Einschätzung, ob und wie das geht.
Jetzt unverbindlich anfragenSysteme verbinden: Schnittstellen statt Handarbeit
Kennen Sie das? Kundendaten stehen in der Buchhaltung, im Mailprogramm und in einer Excel-Liste — aber nie in allen drei gleich. Wenn sich eine Telefonnummer ändert, wird sie in einem System aktualisiert. Die anderen beiden erfahren davon nie. Und drei Monate später wundert sich jemand, warum der Rückruf ins Leere geht.
Das Problem sind nicht Ihre Programme. Die funktionieren einzeln ganz gut. Das Problem ist, dass niemand eine Brücke zwischen ihnen gebaut hat.
Warum Insellösungen teuer sind
Jedes Mal, wenn ein Mitarbeiter Daten von A nach B überträgt, passieren drei Dinge: Es kostet Zeit. Es entstehen Fehler. Und die Daten sind in dem Moment, in dem sie ankommen, schon wieder veraltet.
In einem Unternehmen mit 15 Leuten summiert sich das. Wenn fünf Mitarbeiter täglich je 20 Minuten mit Datenübertragung verbringen, sind das über 30 Stunden pro Woche. Pro Monat mehr als 120 Stunden. Das ist fast eine Vollzeitstelle — nur fürs Abtippen.
Was „Systeme verbinden" in der Praxis bedeutet
Die meisten Programme — ob Buchhaltung, Warenwirtschaft, Kundenverwaltung oder Onlineshop — haben die Möglichkeit, Daten nach außen zu geben und von außen zu empfangen. Das nennt man eine Schnittstelle. Stellen Sie sich das vor wie eine Tür im Programm, durch die Informationen rein- und rausfließen können.
Wenn zwei Programme jeweils so eine Tür haben, braucht es nur jemanden, der den Gang dazwischen baut. Danach fließen Daten automatisch. Ein neuer Kunde wird einmal angelegt und ist überall verfügbar. Eine Rechnung wird in der Buchhaltung erstellt und taucht automatisch im Kundenportal auf. Eine Bestellung im Onlineshop wandert direkt in die Warenwirtschaft.
Und das Wichtige: Meistens muss dafür kein einziges Programm ausgetauscht werden. Sie behalten alles, was Sie haben. Es wird nur verbunden.
Typische Verbindungen, die sofort Wirkung zeigen
- Kontaktformular → Kundendatenbank: Anfragen landen nicht mehr im Posteingang und müssen von Hand übertragen werden, sondern erscheinen direkt als neuer Datensatz im System.
- Onlineshop → Warenwirtschaft: Bestellungen werden automatisch als Auftrag erfasst, Lagerbestände aktualisiert, Versand angestoßen.
- Buchhaltung → Controlling-Tabelle: Monatszahlen fließen automatisch in die Auswertung, statt dass jemand am Monatsende drei Tage Excel befüllt.
- Zeiterfassung → Lohnbuchhaltung: Arbeitsstunden werden automatisch übernommen, Zuschläge berechnet, Auswertungen erstellt.
Szenario 3: Onlineshop und Warenwirtschaft
Ein Handelsunternehmen mit Onlineshop überträgt Bestellungen per Hand in die Warenwirtschaft — rund 30 Bestellungen am Tag, je 3 Minuten. Das sind 90 Minuten täglich, 30 Stunden im Monat. Fehlerquote: ca. 5 %, was zu Retouren und Nacharbeit führt. Nach der Verbindung beider Systeme fällt die Übertragung komplett weg. Die Fehlerquote sinkt auf null. Der Mitarbeiter, der vorher nur abgetippt hat, kümmert sich jetzt um Kundenbetreuung.
Wie solche Verbindungen technisch entstehen und was dabei möglich ist, haben wir auf der Seite Automatisierung ausführlich beschrieben — dort geht es auch um die konkreten Schritte.
KI einbinden ohne neue Infrastruktur
KI — also künstliche Intelligenz — ist in aller Munde. Aber wenn Sie bisher den Eindruck hatten, das sei nur etwas für Konzerne mit eigener Forschungsabteilung, dann ist das verständlich. Die Realität sieht anders aus: KI lässt sich auch in kleinen Unternehmen einsetzen. Auf Ihren vorhandenen Daten. Mit Ihren bestehenden Systemen. Ohne neue Server, ohne Millionenbudget.
Was KI im Alltag leisten kann
Vergessen Sie für einen Moment die großen Schlagzeilen. In einem Unternehmen mit 10 oder 20 Leuten geht es nicht um selbstfahrende Autos oder Sprachassistenten. Es geht um ganz konkrete Aufgaben, die heute Zeit fressen:
- Dokumente auswerten: Lieferscheine, Verträge, Angebote — KI kann relevante Informationen herausziehen und strukturiert ablegen. Statt dass jemand jede Rechnung einzeln öffnet und die Beträge in eine Tabelle tippt.
- Kundenanfragen vorsortieren: Eingehende Mails werden nach Dringlichkeit, Thema oder Zuständigkeit eingeordnet — automatisch, in Sekunden.
- Texte zusammenfassen: Lange Protokolle, Berichte oder Ausschreibungen auf das Wesentliche reduziert. Das spart bei jedem einzelnen Dokument 10 bis 15 Minuten Lesezeit.
- Daten aufbereiten: Aus unstrukturierten Daten — etwa Freitext-Feldern in Formularen oder handschriftlichen Notizen — werden saubere, nutzbare Datensätze.
Was Sie dafür brauchen — und was nicht
Sie brauchen keine neuen Server. Sie brauchen keine Spezialsoftware. In den meisten Fällen lässt sich KI als Ergänzung zu Ihren bestehenden Systemen einbinden — als zusätzliche Schicht, die im Hintergrund arbeitet.
Ob die KI in der Cloud läuft — also auf externen Servern — oder auf Ihren eigenen Rechnern, hängt von zwei Faktoren ab: Datenschutz und Budget. Wenn Sie mit sensiblen Kundendaten arbeiten, kann eine lokale Lösung sinnvoller sein. Wenn es um weniger kritische Daten geht, ist die Cloud oft schneller und günstiger einsatzbereit. Beides ist möglich, beides funktioniert.
Was Sie aber brauchen: jemanden, der die Verbindung zwischen KI und Ihren Systemen sauber aufbaut. Denn eine KI, die nicht weiß, wo Ihre Daten liegen und wie sie strukturiert sind, liefert keine brauchbaren Ergebnisse.
Wie genau KI in bestehende Systeme eingebunden wird und welche Einsatzszenarien besonders gut funktionieren, beschreiben wir auf der Seite KI-Integration.
Wo die Grenzen liegen
KI ist kein Alleskönner. Sie ersetzt keinen Mitarbeiter, der mitdenkt. Sie trifft keine unternehmerischen Entscheidungen. Und sie funktioniert nur so gut wie die Daten, die man ihr gibt.
Wenn Ihre Kundendatenbank seit fünf Jahren nicht gepflegt wurde, wird auch eine KI daraus keine saubere Analyse zaubern. Wenn Ihre Dokumente in 17 verschiedenen Formaten vorliegen, braucht es erst Ordnung, bevor Automatisierung möglich ist.
Das ist kein Argument gegen KI. Es ist ein Argument dafür, genau hinzuschauen und mit den richtigen Erwartungen zu starten. Lieber eine Sache, die richtig funktioniert, als zehn Baustellen, die alle halb fertig sind.
Prompt Engineering: Stabile Ergebnisse statt Zufallstreffer
Vielleicht haben Sie schon einmal mit einer KI gearbeitet — etwa einem Textassistenten — und waren enttäuscht. Die Ergebnisse waren mal brauchbar, mal Unsinn. Und jedes Mal kam etwas anderes raus, selbst bei derselben Frage.
Das liegt fast nie an der KI selbst. Es liegt daran, wie die Aufgabe formuliert wurde.
Was Prompt Engineering bedeutet
Der Begriff klingt technisch, die Sache ist es nicht. „Prompt" heißt in diesem Zusammenhang einfach „Anweisung" — also das, was Sie der KI sagen, damit sie weiß, was sie tun soll. „Prompt Engineering" bedeutet, diese Anweisung so zu formulieren, dass die Ergebnisse stabil, nachvollziehbar und direkt nutzbar sind.
Stellen Sie sich vor, Sie geben einem neuen Praktikanten eine Aufgabe. Wenn Sie sagen: „Mach mal was mit den Kundendaten", bekommen Sie irgendetwas. Wenn Sie sagen: „Erstelle eine alphabetische Liste aller Kunden mit offenen Rechnungen über 500 Euro, Stand heute, mit Rechnungsnummer und Fälligkeitsdatum" — dann bekommen Sie genau das.
Mit KI ist es genauso. Der Unterschied zwischen „KI ist unzuverlässig" und „KI funktioniert" liegt fast immer in der Qualität der Anweisungen.
Warum das für Ihr Unternehmen wichtig ist
Wenn KI in Ihrem Unternehmen echte Arbeit übernehmen soll — nicht nur Spielerei, sondern produktive Aufgaben — dann müssen die Ergebnisse verlässlich sein. Jedes Mal. Nicht nur manchmal.
Das erreichen Sie durch klare, durchdachte Anweisungen. Die werden einmal sauber erarbeitet, getestet und dann fest hinterlegt. Danach liefert die KI bei derselben Aufgabe jedes Mal das gleiche Qualitätsniveau. Ohne Nacharbeit, ohne Überraschungen.
- Dokumente werden immer nach dem gleichen Schema zusammengefasst.
- Kundenanfragen werden immer nach denselben Kriterien sortiert.
- Berichte haben immer dieselbe Struktur und Detailtiefe.
Das ist der Unterschied zwischen einem netten Experiment und einem echten Werkzeug.
Wie Prompt Engineering im Detail funktioniert und warum es den Unterschied zwischen nützlich und nutzlos ausmacht, erfahren Sie auf der Seite Prompt Engineering.
Wann Upcycling sinnvoller ist als Neuentwicklung
Nicht jedes Problem lässt sich durch Aufwerten lösen. Manchmal ist ein System so veraltet, so eingeschränkt oder so instabil, dass eine Neuentwicklung tatsächlich der bessere Weg ist. Die Frage ist: Wann lohnt sich was?
Entscheidungsmatrix: Upcycling vs. Neuentwicklung
Diese Gegenüberstellung hilft Ihnen bei der Einschätzung:
- Die Grundfunktion stimmt, nur die Verbindung fehlt: → Upcycling. Wenn Ihre Programme einzeln funktionieren, aber nicht miteinander reden, ist eine Verbindung fast immer günstiger und schneller als ein Austausch.
- Wiederkehrende Handarbeit, die einem festen Muster folgt: → Upcycling. Automatisierung lässt sich in den allermeisten Fällen auf bestehende Systeme aufsetzen.
- Das Programm wird vom Hersteller nicht mehr unterstützt: → Kommt drauf an. Wenn die Software noch stabil läuft und die Daten zugänglich sind, kann Upcycling eine Brücke bauen. Wenn nicht, wird es irgendwann Neuentwicklung.
- Die Geschäftslogik hat sich grundlegend verändert: → Eher Neuentwicklung. Wenn Ihr Unternehmen heute ganz anders arbeitet als vor zehn Jahren und die Software das nicht abbilden kann, wird Flicken teurer als Neubauen.
- Sicherheitsprobleme oder Datenverlust-Risiko: → Dringend handeln — ob durch Upcycling oder Neuentwicklung hängt vom konkreten Fall ab.
- Alles muss gleichzeitig neu: → Vorsicht. Wenn jemand Ihnen sagt, „alles muss weg", fragen Sie nach dem konkreten Grund. Oft ist das eine Verkaufsstrategie, kein technischer Befund.
Die nüchterne Abwägung
Upcycling ist fast immer dann sinnvoller, wenn die Kernfunktionen Ihrer Systeme noch tragen. Wenn Ihre Buchhaltungssoftware gut funktioniert, aber manuell befüttert werden muss — warum sollten Sie sie ersetzen? Bauen Sie eine Automatisierung drumherum. Das kostet einen Bruchteil.
Neuentwicklung ist dann sinnvoller, wenn das System selbst das Problem ist. Wenn es abstürzt, wenn es Daten verliert, wenn es nicht mehr mit aktuellen Betriebssystemen läuft, wenn der Hersteller nicht mehr existiert — dann ist Aufwerten Geldverschwendung.
In der Praxis liegt die Wahrheit oft dazwischen. Ein System wird beibehalten und verbunden, ein anderes wird abgelöst, ein drittes bekommt eine KI-Ergänzung. Das ist kein „entweder oder". Es ist ein „was ergibt wo den meisten Sinn".
Was Upcycling typischerweise kostet — drei Szenarien
Konkrete Zahlen hängen immer vom Einzelfall ab. Aber damit Sie eine Vorstellung bekommen, hier drei typische Größenordnungen:
- Einzelne Automatisierung (z. B. Auftragserfassung automatisieren): Aufwand wenige Tage, Investition im niedrigen vierstelligen Bereich. Rechnet sich oft innerhalb von 4–8 Wochen durch eingesparte Arbeitszeit.
- Zwei bis drei Systeme verbinden (z. B. Onlineshop, Warenwirtschaft, Buchhaltung): Aufwand ein bis drei Wochen, Investition im mittleren vierstelligen Bereich. Rechnet sich typischerweise innerhalb eines Quartals.
- KI-Ergänzung für bestehende Prozesse (z. B. automatische Dokumentenauswertung plus Vorsortierung): Aufwand zwei bis vier Wochen, Investition im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich. Rechnet sich innerhalb von drei bis sechs Monaten, abhängig vom Dokumentenvolumen.
Zum Vergleich: Eine komplette Neuentwicklung eines vergleichbaren Systems liegt typischerweise im fünf- bis sechsstelligen Bereich und dauert Monate bis Jahre. Dazu kommt das Risiko, dass das neue System am Ende nicht besser funktioniert als das alte — weil die Anforderungen zu Beginn nicht sauber definiert waren.
Ein vernünftiger erster Schritt
Die meisten Unternehmen profitieren am meisten, wenn sie nicht mit dem größten Problem anfangen, sondern mit dem klarsten. Das heißt: eine Aufgabe, die offensichtlich automatisierbar ist. Ein Prozess, bei dem die Zeitersparnis sofort sichtbar wird. Ein Erfolg, der das Team überzeugt, dass Veränderung funktioniert — ohne Chaos.
Danach wächst das Ganze von allein. Weil plötzlich die Leute kommen und sagen: „Das hier — kann man das auch automatisieren?"
Sie sind unsicher, ob Upcycling bei Ihnen funktioniert oder eine Neuentwicklung nötig ist? Wir schauen uns Ihre Situation an — vor Ort im Raum Kiel oder remote — und geben eine fundierte Einschätzung.
Jetzt unverbindlich anfragenSo läuft ein Upcycling-Projekt ab
Vielleicht ist das der Punkt, an dem Sie denken: klingt gut, aber wie fängt man an? Die Antwort ist beruhigend einfach.
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Wir schauen uns an, was Sie haben. Welche Programme nutzen Sie? Wo fließen Daten, wo stockt es? Welche Aufgaben kosten unverhältnismäßig viel Zeit? Das ist kein IT-Audit, das Wochen dauert — sondern ein strukturiertes Gespräch, meist in ein bis zwei Stunden.
Schritt 2: Potenziale identifizieren
Aus der Bestandsaufnahme ergeben sich die Hebel. Was lässt sich automatisieren? Welche Systeme können verbunden werden? Wo macht KI Sinn? Und vor allem: Was bringt den größten Nutzen bei geringstem Aufwand? Damit fangen wir an.
Schritt 3: Umsetzen — klein anfangen
Kein Großprojekt. Kein halbes Jahr Planung. Wir nehmen den ersten, klarsten Fall und setzen ihn um. Oft in wenigen Tagen. Sie sehen sofort, ob es funktioniert. Ihre Mitarbeiter merken sofort, dass sich etwas verbessert hat.
Schritt 4: Erweitern — wenn es Sinn macht
Nach dem ersten Erfolg entscheiden Sie, ob und wie es weitergeht. Kein Zwang, kein Abo, keine Abhängigkeit. Manche Unternehmen bleiben bei einer Automatisierung und sind zufrieden. Andere bauen über Monate Stück für Stück ihre gesamte IT um. Beides ist richtig.
Was Unternehmen häufig unterschätzen
IT-Upcycling klingt nach wenig — und genau das ist seine Stärke. Aber es gibt Dinge, die in der Praxis öfter auftauchen als erwartet.
Die Datenqualität
Automatisierung und KI arbeiten mit Ihren Daten. Wenn diese unvollständig, veraltet oder widersprüchlich sind, kann auch die beste Technik nichts daraus machen. Oft ist der erste Schritt eines Upcycling-Projekts deshalb: Daten aufräumen. Das klingt langweilig, macht aber alles Weitere erst möglich.
Die Gewohnheit
Menschen gewöhnen sich an Umwege. Wenn jemand seit fünf Jahren jeden Morgen dieselbe Liste abtippt, fühlt sich das irgendwann normal an. Manche Mitarbeiter reagieren auf Automatisierung erst skeptisch — nicht weil sie dagegen sind, sondern weil Veränderung immer erst mal Aufwand bedeutet. Das legt sich erfahrungsgemäß nach zwei Wochen.
Die „Das geht bei uns nicht"-Annahme
Fast jedes Unternehmen, mit dem wir arbeiten, hat Prozesse, von denen die Beteiligten überzeugt sind, dass sie nicht automatisierbar seien. „Das ist zu komplex." „Das geht nur per Hand." „Da muss immer jemand drübergucken." In 80 % der Fälle stimmt das nicht. Es wurde nur noch nie jemand gefragt, der sich damit auskennt.





