Was bei einem Relaunch wirklich zählt
Wenn Geschäftsführer über einen Website Relaunch nachdenken, geht es meistens los mit dem Design. „Die Seite sieht alt aus." Das stimmt oft. Aber das Design ist nur die Oberfläche — und nicht einmal der schwierigste Teil.
Was wirklich zählt, ist die Substanz darunter: Wie schnell lädt die Seite? Funktioniert sie auf dem Smartphone? Kann Ihr Team Texte und Bilder selbst ändern, ohne einen Entwickler anzurufen? Findet Google Ihre Seiten überhaupt noch?
Ein Relaunch, der nur das Design austauscht, löst selten die eigentlichen Probleme. Nach sechs Monaten stehen Sie wieder da, wo Sie angefangen haben — mit einer hübscheren Oberfläche und denselben technischen Altlasten darunter.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht „Wie soll die Seite aussehen?", sondern: Was soll sie leisten? Wenn Sie das klar beantworten, ergibt sich der Rest fast von selbst. Die häufigsten Ziele, die wir in Projekten hören:
- Die Website soll auf Smartphones genauso gut funktionieren wie am Desktop.
- Inhalte sollen intern pflegbar sein — ohne Ticketsystem und Wartezeit.
- Die Seite soll bei Google wieder auftauchen, wenn jemand nach Ihren Leistungen sucht.
- Ladezeiten unter drei Sekunden, damit Besucher nicht vorher abspringen.
- Ein System, das in fünf Jahren nicht schon wieder veraltet ist.
All das lässt sich erreichen, ohne Ihre bestehenden Inhalte wegzuwerfen. Denn genau das unterscheidet einen Relaunch mit Substanz von einem Neuanfang auf der grünen Wiese.
Bestandsaufnahme: Was bleibt, was geht
Bevor irgendetwas angefasst wird, braucht es eine gründliche Bestandsaufnahme. Was funktioniert auf Ihrer aktuellen Seite? Und was bremst Sie aus?
In den meisten Fällen gibt es auf gewachsenen Firmenwebsites mehr Brauchbares als gedacht. Texte über Ihre Leistungen, Referenzseiten, Blogbeiträge, die bei Google ranken — das alles hat Wert. Diese Inhalte wurden über Jahre geschrieben, von Google indexiert und vielleicht sogar von anderen Seiten verlinkt. Das wegzuwerfen wäre wie ein Büroumzug, bei dem Sie die komplette Kundenkartei in den Container werfen.
Gleichzeitig gibt es in fast jeder älteren Installation Ballast. Typische Kandidaten:
- Seiten, die seit Jahren nicht aktualisiert wurden und veraltete Informationen zeigen.
- Plugins, die niemand mehr kennt, aber trotzdem im Hintergrund laufen.
- Bilder in falschen Formaten und überdimensionierten Auflösungen.
- Unterseiten, die nie Besucher hatten und keinen Zweck erfüllen.
- Technische Altlasten wie eingebundene Schriften, die die Seite ausbremsen.
Die Bestandsaufnahme trennt beides sauber. Dazu gehören eine technische Analyse der bestehenden Installation, ein Blick in die Besucherstatistiken (welche Seiten werden tatsächlich aufgerufen?) und eine Prüfung der SEO-Sichtbarkeit: Für welche Suchbegriffe tauchen Sie heute bei Google auf?
Das Ergebnis ist eine klare Übersicht: Diese Inhalte übernehmen wir, diese Seiten werden zusammengeführt, diese können weg. Und diese technischen Baustellen müssen gelöst werden. Erst danach ergibt es Sinn, über Design oder Technik zu sprechen.
Übrigens: Diese Phase dauert je nach Website-Umfang zwischen zwei und fünf Tagen. Kein monatelanges Projekt, aber auch nichts, was man am Nachmittag nebenbei erledigt. Es ist die Grundlage dafür, dass der Relaunch am Ende wirklich besser wird — und nicht nur anders.
Technik-Stack: Welche Basis für die nächsten Jahre
Die Technik hinter einer Website ist wie die Haustechnik in einem Gebäude: Solange alles läuft, denkt niemand daran. Wenn etwas ausfällt, steht alles still.
Viele Firmenwebsites laufen auf WordPress — und das ist grundsätzlich kein Problem. WordPress betreibt über 40 Prozent aller Websites weltweit. Die Frage ist nicht, ob WordPress das richtige System ist. Die Frage ist, ob Ihre WordPress-Installation sauber aufgesetzt ist.
Was wir in der Praxis sehen: Installationen mit 30, 40, manchmal über 50 aktiven Plugins. Jedes davon wurde irgendwann für einen bestimmten Zweck installiert — ein Formular hier, ein Slider dort, eine Übersetzungsfunktion, die nie genutzt wurde. Jedes Plugin ist ein potenzielles Sicherheitsrisiko und bremst die Ladezeit. Details dazu, wie sich das aufräumen lässt, finden Sie im Beitrag zum CMS-Aufräumen.
Bei einem Relaunch haben Sie die Chance, den Technik-Stack einmal grundlegend richtig aufzusetzen. Das bedeutet konkret:
- CMS-Auswahl bestätigen oder wechseln: WordPress bleibt in den meisten Fällen sinnvoll. Manchmal ist ein schlankeres System besser — etwa wenn die Seite primär als digitale Visitenkarte dient.
- Theme-Wechsel: Viele alte Seiten nutzen Themes, die nicht mehr gepflegt werden. Ein aktuelles, schlankes Theme verbessert Ladezeit und Mobildarstellung sofort.
- Plugin-Reduktion: Von 40 Plugins auf 8 bis 12 — das ist realistisch, wenn man Funktionen konsolidiert und Überflüssiges entfernt.
- Hosting prüfen: Günstiges Shared Hosting war vor zehn Jahren in Ordnung. Heute gibt es für 20 bis 40 Euro im Monat Managed-WordPress-Hosting, das schneller, sicherer und wartungsärmer ist.
- PHP und Datenbank aktualisieren: Klingt technisch, hat aber direkten Einfluss auf Geschwindigkeit und Sicherheit.
Was kostet das? Für eine typische Firmenwebsite mit 15 bis 40 Seiten bewegt sich der technische Teil eines Relaunches zwischen 3.000 und 8.000 Euro — je nachdem, wie viel Altlast aufgeräumt werden muss und ob das Design komplett neu gestaltet wird oder auf einem bestehenden Rahmen aufbaut. Das ist eine Investition, die sich über Jahre rechnet, weil die laufenden Kosten für Wartung und Änderungen deutlich sinken.
Sie sind unsicher, wie der technische Zustand Ihrer Website ist? Sprechen Sie mit uns über Ihre Möglichkeiten.
Jetzt unverbindlich anfragenMigration ohne Datenverlust
Die größte Sorge bei einem Relaunch: Geht dabei etwas verloren? Texte, Bilder, Kundenbewertungen, Blogbeiträge — alles, was über Jahre zusammengekommen ist?
Die kurze Antwort: Nein, wenn man es richtig macht. Die etwas längere: Es braucht einen Plan und saubere Ausführung.
Eine Migration läuft in der Regel so ab: Zuerst wird die bestehende Website komplett gesichert — Datenbank, Dateien, Medien, alles. Dann wird die neue Seite parallel aufgebaut, auf einer Testumgebung, die von außen nicht sichtbar ist. Erst wenn alles steht und geprüft ist, wird umgeschaltet.
Dieser parallele Aufbau hat einen großen Vorteil: Ihre aktuelle Website läuft während des gesamten Relaunch-Prozesses weiter. Kein „Wir sind bald zurück"-Schild, kein Ausfall, keine verlorenen Anfragen.
Die typischen Stolperstellen bei einer Migration:
- Medien-Dateien: Bilder und PDFs liegen oft in unsortierten Ordnern. Beim Relaunch werden sie bereinigt, in passende Formate konvertiert und richtig zugeordnet.
- Formulare und Schnittstellen: Kontaktformulare, Newsletter-Anmeldungen, Anbindungen an CRM-Systeme — all das muss auf der neuen Seite genauso funktionieren wie vorher.
- URLs und Weiterleitungen: Wenn sich Seitenadressen ändern, müssen Weiterleitungen eingerichtet werden. Sonst laufen Besucher und Google ins Leere. Dazu gleich mehr.
- Rechtliches: Datenschutzerklärung, Impressum, Cookie-Consent — muss auf der neuen Seite von Tag eins korrekt sein.
Die Dauer einer Migration hängt vom Umfang ab. Für eine Firmenwebsite mit 20 bis 50 Seiten sind zwei bis vier Wochen Entwicklungszeit realistisch. Dazu kommen ein bis zwei Wochen für Abstimmung und Feedback. Sie müssen in dieser Zeit nicht täglich verfügbar sein — aber ein paar Termine zum Gegenlesen und Absegnen sollten drin sein.
Was oft unterschätzt wird: Der Aufwand für Inhalte. Texte müssen geprüft, aktualisiert und manchmal neu geschrieben werden. Bilder müssen ersetzt werden, wenn sie veraltet sind. Das ist kein technisches Problem, sondern eine inhaltliche Aufgabe — und die liegt zum Teil bei Ihnen. Ein guter Dienstleister nimmt Ihnen so viel wie möglich ab, aber Freigaben und fachliche Korrektheit kann nur der Auftraggeber liefern.
SEO-Werte beim Relaunch sichern
Hier wird es ernst. Denn bei einem Website Relaunch kann man in wenigen Stunden zerstören, was über Jahre aufgebaut wurde: die Sichtbarkeit bei Google.
Das passiert häufiger, als man denkt. Eine Seite rankt für bestimmte Suchbegriffe auf Seite eins — dann kommt der Relaunch, die URLs ändern sich, Weiterleitungen fehlen, und drei Wochen später ist die Seite bei Google praktisch verschwunden. Der Traffic bricht ein, das Telefon klingelt seltener, und niemand weiß, warum.
Damit das nicht passiert, gibt es einen klaren Prozess:
- SEO-Audit vor dem Relaunch: Welche Seiten haben Rankings? Für welche Suchbegriffe? Welche Seiten bringen tatsächlich Besucher? Diese Daten werden vor dem Relaunch gesichert.
- URL-Mapping: Jede alte URL wird einer neuen URL zugeordnet. Wenn sich Adressen ändern, wird eine 301-Weiterleitung eingerichtet. Das sagt Google: „Diese Seite ist umgezogen, bitte übertrage die Rankings auf die neue Adresse."
- Seitenstruktur erhalten: Wenn eine Seite gut rankt, ändert man ihre Struktur nicht ohne Grund. Titel, Überschriften und die grundlegende Gliederung sollten erhalten bleiben — oder bewusst verbessert, nicht willkürlich verändert werden.
- Technische SEO-Grundlagen: Die neue Seite muss schneller laden als die alte. Sie muss mobil einwandfrei funktionieren. Und die technische Struktur — Sitemaps, strukturierte Daten, Meta-Tags — muss von Anfang an stimmen.
- Monitoring nach dem Launch: In den ersten vier Wochen nach dem Relaunch wird engmaschig überwacht: Sind alle Weiterleitungen aktiv? Werden die neuen Seiten indexiert? Bleiben die Rankings stabil?
Einen ausführlichen Überblick, was bei der SEO-Sichtbarkeit alles eine Rolle spielt, finden Sie auf unserer Themenseite dazu.
Was Sie als Auftraggeber wissen sollten: Ein Relaunch ohne SEO-Planung ist Glücksspiel. Fragen Sie jeden potenziellen Dienstleister explizit, wie er mit bestehenden Rankings umgeht. Wenn die Antwort vage ausfällt, ist Vorsicht angebracht.
Und ja — selbst bei sorgfältiger Planung schwanken Rankings in den ersten Wochen nach einem Relaunch leicht. Das ist normal. Google braucht Zeit, um die neue Struktur zu verarbeiten. Die Rankings erholen sich in der Regel innerhalb von vier bis acht Wochen, oft sogar besser als vorher, wenn die technische Basis jetzt sauberer ist.
Checkliste: Was vor dem Relaunch geklärt sein muss
Bevor Sie mit einem Dienstleister in die Umsetzung gehen, sollten diese Punkte auf dem Tisch liegen. Nicht als Hausaufgabe — sondern als Gesprächsgrundlage, damit beide Seiten wissen, woran sie sind.
- Zugang zur aktuellen Website: Admin-Zugang zum CMS, Zugang zum Hosting, Domain-Verwaltung. Klingt banal, fehlt aber erschreckend oft. Manchmal liegt der Zugang beim Ex-Dienstleister, der sich nicht meldet.
- Ziel des Relaunches definieren: Was soll besser werden? Mehr Anfragen? Einfachere Pflege? Besseres Erscheinungsbild? Je klarer das Ziel, desto zielgerichteter die Umsetzung.
- Inhalte sichten: Welche Texte sind noch aktuell? Welche Bilder können bleiben? Was muss neu? Eine grobe Einschätzung reicht für den Anfang.
- Budget und Zeitrahmen: Ein Relaunch für eine Firmenwebsite kostet typischerweise zwischen 5.000 und 15.000 Euro — je nach Umfang, Designanspruch und Inhaltsmenge. Zeitlich sollten Sie mit 6 bis 12 Wochen rechnen.
- Ansprechperson festlegen: Wer gibt intern Feedback und Freigaben? Ein Relaunch, bei dem drei Personen mitentscheiden und keine sich verantwortlich fühlt, dauert doppelt so lang.
- Bestehendes Analytics prüfen: Gibt es Google Analytics, die Search Console oder andere Auswertungen? Diese Daten sind für die Bestandsaufnahme wichtig.
- Rechtliches klären: Sind Bildrechte für alle verwendeten Fotos vorhanden? Ist das Impressum aktuell? Entspricht die Datenschutzerklärung der aktuellen DSGVO?
- Wartung nach dem Relaunch: Wer kümmert sich danach? Updates, Sicherheit, Backups — das hört mit dem Launch nicht auf.
Diese Liste ist kein Vertrag, sondern ein Werkzeug. Sie hilft, das Gespräch mit einem Dienstleister auf den Punkt zu bringen — und zu erkennen, ob der Gegenüber die richtigen Fragen stellt. Weitere Informationen dazu, worauf es bei einer Web-Modernisierung insgesamt ankommt, finden Sie auf unserer Übersichtsseite.
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